Ansonsten habe ich jetzt am Ende der Woche 'ne dicke Erkältung (aber immer noch malariafrei, keine Ahnung was für 'ne Magie hier am Werk ist) bekommen, wahrscheinlich weil es so anstrengend war und die Regenzeit angefangen hat und ich irgendwie immer falsch angezogen war.
Um euch einen Einblick in meine Arbeit in der ersten Woche zu geben, beschreibe ich einfach mal einen klassischen Tag, wie Tamara und ich ihn bisher erleben:
Morgens um 7.15 steh' ich auf, zieh' mich an (mindestens knielanger Rock, Schultern bedeckt, als Teacher hab' ich ja ne Vorbildfunktion für die Kiddies und Mädels, egal ob ich Mzungu bin oder nicht) und bewege mich mit Tamara zur Arbeit.
Zur Motivation nochmal die Proportionen per googlemaps:
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Jedenfalls, beim AGH angekommen, rennen (je nachdem wer uns zuerst entdeckt) die Mädels oder die Kinder teacher,teacher rufend auf uns zu um uns zu umarmen. Das macht echt so viel wieder wett, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen.
Zuerst sind wir in der Vorschule, wo die Kinder von 4-6Jahren schon auf die Schule vorbereitet werden.
Jedes Kind hat zwei Hefte, eins für hisabati (rechnen) und für mwandiko (schreiben), und abwechselnd von Tag zu Tag kommt eines der beiden Fächer dran. Das Lernen läuft so ab, dass wir am Tag vorher je nach Lernstand der Kinder Aufgaben in des Heft schreiben und diese die Aufgaben dann in Einzelarbeit erledigen und uns zur Korrektur zurückgeben.
| Ich, bei der Unterrichtsvorbereitung im Klassenraum |
Da kommt dann oftmals Teacher Theresia "Teddy" ins Spiel. Sie zeigt uns alles und führt uns langsam ans Lehrerinnendasein heran und sie bringt dann die Kinder zur Ruhe, auch wenn sie sich dafür oftmals einen Schlagstock holen muss und damit auf den Tisch haut. Bisher hat sie vor uns noch kein Kind geschlagen und hoffentlich bleibt das auch so, aber der Schlagstock ist hier eindeutig Normalfall und wird uns bestimmt noch in irgendeiner Form in innere Konflikte stürzen.
Um 10:30Uhr kriegen die Kinder dann ihren Uji (mit die stillste Zeit des Tages!) und um 11Uhr ist dann Schulschluss, wobei einige Kinder alleine nach Hause laufen dürfen und andere von uns bis zu einer großen Straße gebracht werden, die sie alleine noch nicht überqueren sollen.Diese Woche hat ja auch die Regenzeit angefangen und es ist eigentlich echt niedlich, wenn ein Gewitter kommt und die Kinder erst Angst haben, aber dann merken, dass sie in einem sicheren Umfeld bei uns sind und sich wieder entspannen.
Nach der Vorschule verbringen wir unsere Zeit mit den Mädels vom Wohnprojekt. Aktuell sind es 7 Mädchen, schätzungsweise im Alter von 8-13 Jahren. Bisher spielen wir nur Ball mit Ihnen und sitzen herum, aber wir haben schon einige Pläne für sie ausgearbeitet, um ihre Freizeit interessanter zu gestalten. Es ist irgendwie total unvorstellbar was für eine krasse Vergangenheit sie auf der Straße wahrscheinlich hatten, weil sie alle so herzig und liebesbedürftig sind.
| Tamara lässt sich von den Mädels verwöhnen. |
Außerdem gehen wir natürlich weiterhin fleißig zur Sprachschule, auch wenn der Unterricht aufgrund unserer Anstrengungen tagsüber nicht ganz so strebermäßig abläuft, wie sich Mama Salalah das wünscht. Aber wenn man von 8.30-18Uhr bei Amani rumhängt ist Lernen kopfmäßig einfach nicht mehr drin !
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| Leider ist dieses Foto nicht gestellt... |
Tamara und ich standen um etwa 20Uhr an einer Daladala-station und warteten, dass der Dala in unsere Richtung kommt, als plötzlich ein anderer Dala anhält und zwar unsere Frage verneint, ob er zu unserem Viertel fährt, hat uns aber trotzdem ins Fahrzeug gezogen.
Wir waren natürlich mehr als nur verwirrt und vorallem, als er dann auf Nachfrage immer wieder bestätigte, dass sie ganz woanders hinfahren und der Dala dann wirklich auf eine ganz dunkle Nebenstraße abbog.
Plötzlich jedoch hielt er an und der Mann schob uns aus dem Auto und erklärte uns, dass wir nur 10m von der nächsten Dala-station, wo unsere Linie fährt, entfernt sind, schloß die Tür und fuhr ohne Geld zu kassieren von dannen.
Er hatte uns also von der gefährtlichen Haltestelle aus mitgenommen um uns zu einer sicheren zu bringen, damit uns nicht passiert. Einfach so.
Und um den Satz Die Welt ist gut. (oder zumindest Tansania) zu vervollständigen hat uns der Dalafahrer im anderen Fahrzeug verboten mit vier Männern auszusteigen, da er um unsere Sicherheit besorgt war.
Ehrlich, es ist so schön, wenn so um dich gesorgt wird.
Nachtrag:
Tamara und ich haben hoch und heilig versprochen, nie wieder im Dunkeln einfach so unterwegs zu sein sondern immer direkt ein Taxi zu nehmen. Egal ob es "gerade mal 18.45Uhr" oder später ist. Macht euch keine Sorgen, Mama Salalah und Mama Nyamisi machen ihrem Namen alle Ehre.
