Donnerstag, 19. Dezember 2013

Dododma Iringa Dodoma

Unser allererster Urlaubstrip sollte Tamara und mich zu ihrer Freundin Paula nach Iringa führen.
Wir hatten uns schon auf eine zweitägige Busfahrt eingestellt, als zwei Freunde aus Mwanza uns erzählten, dass sie einen Besuch in Dodoma planten und uns im Auto mitnehmen können. 12Stunden Busfahrt, eingeengt und in ständiger Angst vor einem Unfall gegen 8 Stunden Autofahrt mit genug Platz und vorallem der Musik, die wir hören wollen - wer hätte da schon nein gesagt?
Am Samstag morgen ging es also in Nabils Auto los und nach 8 Stunden kamen wir (Hemal, Tamara und ich) dann in Dodoma bei Karan, der hier für 4 Wochen als Projektleiter seines Bauunternehmens arbeitete, an. Den Sonntag haben wir dann damit verbracht außerhalb von Dodoma Richtung Mtera Damm zu fahren, mussten aber auf etwa halber Strecke wegen der schlechten Straßenbedingungen umkehren. Trotzdem war es schön, mal in der Hauptstadt gewesen zu sein, auch wenn sie im Vergleich zu Mwanza winzig ist.
Zwei Straßenhändler, die super gut zur Musik im Auto getanzt haben.
Hemal: "Ich mach nur ein einziges Bild, dass du dann hochladen darfst. Und ich
werde extra schrecklich schauen, damit deine Eltern, Freunde und Verwandte denken -
mit was für Typen ist die da eigentlich unterwegs"
Roadtrip mit Tamara und Nabil.
Die Landschaft ist und bleibt atemberaubend.
Unterwegs mit Karan Richtung Mtera Damm.
Dodoma Region - bekannt für Affenbrotbäume und Akazien.
Am Montag ging es dann im Bus weiter in Richtung Iringa. Natürlich hatten wir auch direkt eine Reifenpanne, mitten am Berghang, damit sich meine eh schon nicht ganz so stark ausgeprägten Sicherheitsgefühle noch mehr verschlechterten.
Reifenwechsel, von Tamara aufs schärfste mitüberwacht.
Schöne Landschaft, aber straßenmäßig nicht der tollste Ort um Liegenzubleiben.
Ich musste einfach aussteigen, um mir die Landschaft anzusehen (und frische Luft zu schnappen).
Im Hintergrund der Weg entlang des Berges, den wir noch vor uns haben.
In Iringa wurden wir dann aber zum Glück direkt ganz herzlich von Astrid begrüßt und zum Haus, das sie sich gemeinsam mit Paula teilt, gebracht. Die beiden haben noch einen dritten Freiwilligen, Tilmann, der in einem Haus gegenüber von den beiden wohnt.
Tamara und ich waren erstmal baff von der Ausstattung des Freiwilligenhauses: Es fehlte weder an schönen, rustikalen Möbeln, noch an Deko, noch an Warmwasserdusche oder auch Waschmaschine ! Ein Luxusleben. Den Rest unseres Ankunftstages (wir sind morgens um 5Uhr los und waren um 13Uhr da) haben wir nur kurz noch etwas außerhalb mit Astrid gegessen und dann den fehlenden Schlaf nachgeholt. Abends waren wir dann alle gemeinsam bei anderen Freiwilligen eingeladen, die Geburtstag hatten. Es war wirklich entspannend, mal wieder nur unter Menschen zu sein, die denselben Hintergrund und vorallem dieselbe Sprache sprechen wie ich.
Das Esszimmer sowie die Kuschelecke.
Direkt ausgenutzt diese Chance: Eine Waschmaschine!
Bewundert meinen roten Kanga mit schwarzen Teekannen.
Ich habe Monate nach ihm gesucht!


Sonnenschein und Urlaubslaune - was will man mehr?
 Den Dienstag haben wir dann Paulas Projekt, das Huruma-Center, besucht. Sie arbeitet in einem Waisenheim, dass jedoch an diesem Tag wie ausgestorben war: Die Kinder wurden alle schon von anderen Verwandten für die Weihnachtszeit abgeholt. Schade für Paula, die eigentlich noch Plätzchenbacken geplant hatte, gut für uns, so hatte sie Zeit uns die Stadt zu zeigen und mit uns ein bisschen shoppen zu gehen. Abends sind wir noch zum StepAerobic gegangen. Den Versuch danach ein "sportliches Bild" zu machen seht ihr ja hier weiter unten, er ist glorreich gescheitert.
Das Gelände von Paulas Projekt: Grün und von Bergen umgeben.
Einkaufen!
Das schönste Gebäude in der Straße.
Ehemaliges Missionshaus.
"Schaut sportlich, schaut alle sportlich! Sie sollen sehen, wie wir geschwitzt haben"
Sportliches Posen - klappt einfach nicht mit diesen Lachsäcken.
Egal, ein Daumen hoch für unser Sportengagement und das muss dann jetzt auch reichen.
Den Mittwoch hatten dann sowohl Paula als auch Astrid frei, sodass sie gemeinsam mit uns das super coole Projekt Neema Crafts besucht haben. Dort haben wir den leckersten Karotten- und Schokokuchen seit langem bekommen. Danach sind wir noch gemeinsam mit ihnen zu ihrer Chroprobe gegangen. Der Chor gehört zur Kirche von Astrids Vorschule, sodass wir auch ihren Chef, Pastor Mangulisa kennen lernen durften. Das Tanzen und Singen hat sehr viel Spaß gemacht, aber die zwei Stunden Regen waren dann doch eher doof.
Abends war dann auch schon mein letzter Tag in Iringa gekommen und gemeinsam mit Tilmann sind wir dann Essen gegangen: Es gab Käsenudeln. Waaah!
Aber bitte mit Sahne...
Astrid übersetzt fleißig.
Lecker.
Käsenudeln! (vlnr: Ich, Tilmann, Tamara, Paula & Astrid)
Paula und Tamara in Urlaubsstimmung.
Kitty
Pastor Mangulisa hat uns allen eine Soda spendiert. Zu freundlich!
 Donnerstag morgen sind Astrid und ich dann gemeinsam im Bus wieder Richtung Dodoma gefahren. Die Fahrt war anstrengend, ich habe nicht eine Sekunde geschlafen, weil ich dachte, dass der Bus umkippt und wir alle sterben, so sehr hat er hin und her gewackelt. Außerdem habe ich die ganze Zeit das Huhn, dass im Bus herumlief an den Beinen gehabt und mir ist eine Melone von der Gepäckablage auf den Oberschenkel gefallen. Ja, ich weiß: Ich wollte die Africaexperience, ich habe sie bekommen.
In Dodoma haben Astrid und ich dann noch ein bisschen Sightseeing gemacht, bevor ich dann am Freitag wieder zurück nach Mwanza bin.
Rucksacktouristen.
Hauptsitz von CCM.
Eine Kirche, die uns direkt mit ihrer Weihnachtsmusik angezogen hat.
Beim Ameisenfüttern auf einem der 1000 Verkehrskreisel, aus denen Dodoma besteht.
Mit über 2000 Plätzen die zweitgrößte Moschee Ostafrikas: die Gaddafi-Moschee.
Idylle, Schienen, Kirche, Sonne und Berge - das alles und noch mehr ist Dodoma.
Notfall! Besuch bei der Schneiderin - mein Träger ist einfach kaputt gegangen.
Auch wenn ich letztlich nichtmal eine Woche weg war, hat mir dieser Miniurlaub sehr gut getan und ich bin froh, dass ich jetzt ein bisschen mehr von diesem Land, in dem ich immerhin ein Jahr lang lebe, gesehen habe.
Ein Regenbogen (mitterechts im Bild) weist den Weg zurück nach Mwanza.