Montag, 24. Februar 2014

Wenn man länger als 4 Stunden über Bürokratieabbau spricht - ist das dann Bürokratie?

Am 26. Dezember machten Nils und ich uns auf in unser Abenteuer "Reisemonat" und fuhren erstmal 17Stunden mit dem Bus nach Dar es Salaam. Richtig. Siebzehn. Um euch mal einen Überblick zu geben, wie so eine Busfahrt aus meiner Sicht abläuft, in 5 einfachen Schritten:
1. Beim Ticketkauf einen Sitzplatz am Fenster oder am Gang besorgen, AUF KEINEN FALL ZWISCHEN ZWEI SITZEN, außer dein Sitznachbar ist Nils und du kannst deine meeeeeterlangen Beine auf ihm platzieren
2. Am Abend vorher gut Essen und Trinken und entweder früh schlafen oder gar nicht, um so entweder die ganze Busfahrt fit und wach zu sein oder komplett zu verschlafen.
3. Völlig verschlafen morgens um 5 beim Bus ankommen, Gepäck in den verstaubten Stauraum schmeißen lassen (bloß keine zerbrechlichen Gegenstände mitnehmen), Flasche mit Wasser aus dem Handgepäck holen und auf Platz setzen und resigniert auf die Abfahrt warten.
4.  Auf Nils'/Tamaras/Xs Schulter einschlafen und in den Wachphasen versuchen sich nicht zu übergeben, da viele Straßen gefühlt NUR aus Löchern bestehen und der Busfahrer außerdem einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen möchte.
5. Nach der einzigen Toilettenpause vom Bus fast stehengelassen werden, vorher nicht einen Schluck getrunken haben, danach aber die 1,5Liter in einem Zug leeren und die nächsten 10 Stunden verzweifelt auf die Ankunft bzw. eine Toilette warten

Das traurige ist, dass ich eigentlich aus meinen Fehlern von inzwischen 8 Busfahrten hier hätte lernen sollen, aber irgendwie läuft es doch immer gleich für mich ab.
21.30 in Dar es Salaam. Schlafmangel - kaum erkennbar.:D
In Dar es Salaam sind wir dann in der Gastfamilie eines anderen Freiwilligen untergekommen, die uns wahnsinnig liebenswert bemuttert hat und uns am liebsten dabehalten hätte. Wir waren aber vorallem wegen eines Grundes gekommen: Unsere Aufenthaltserlaubnis!
Kurz gefasst: Wir verbrachten zwei ganze Tage wartend im Hauptgebäude des Ministry of Home Affairs Tanzania und ließen dort etliche Nerven, gerissene Geduldsfäden und Sympathien für jegliche Art von Behörde. Nicht, dass wir sie jemals gehabt hätten...
Immerhin, halberfolgreich: Etwa 10 Minuten nachdem das Ministerium für 1 Woche Neujahrsferien geschlossen hatte haben Tamara und ich unser Resident Permit erhalten und dürfen bis Ende des Jahres 2015 aus- und einreisen wie wir möchten.
Wie erholt man sich von so etwas am Besten?
Mit neuen Bekannten zum Strand fahren und schwimmen gehen. Schön, wenn das gerade der Strand ist, an dem Tamara mit ihrer Familie ebenfalls noch ein paar Tage verbringt.
Freddie und Janina, zwei andere Freiwillige, die in Dar es Salaam eingesetzt sind.
Akrobatik und Euphorie.
Versuche Gruppenfotos zu machen...
... scheiterten immer wieder am starken Wellengang...
... der uns immer wieder umgeschmissen hat.
Und plötzlich lauter Menschen,die unbedingt auf unser Foto mit drauf wollen.
Happy Family Holidays !
Dieser Aufenthalt in Dar war vorallem frustrierend und von ziemlichem Stress geprägt, sei es nur, dass wir unsere Fähre nach Sansibar spontan etwa 30Minuten vorher umbuchen mussten, verschiedenste Medikamente besorgten aufgrund von Tierbissen und Nils letzlich 2 Tage sinnlos mit mir im Immigration Office gehockt hat.
Dennoch war es so schön, mal für 5 Tage in einer Gastfamilie zu sein, die uns nicht nur durch ihren tansanischen sondern auch muslimischen Hintergrund eine ganz andere Sicht auf das Leben und auch speziell unsere Lebensweise hier gegeben hat. Außerdem haben wir andere Freiwillige aus Deutschland kennen gelernt und sie direkt so ins Herz geschlossen, dass sie uns in Mwanza besuchen werden.