Freitag, 23. August 2013

Habari za masomo? Nzuri.

Nach einer Nacht mit heftigem Gewitter morgens früh aufzustehen war zwar nicht leicht, aber so konnten wir wenigstens noch bei Mama Sakina auf dem Markt Chapati frühstücken, auch als Belohnung dafür, dass wir unsere erste Fahrt ganz alleine mit dem Daladala erfolgreich bestanden haben.
Weg von unserem Haus zur Airport Road - DER Hauptstraße in Mwanza
Lena und ich im Daladala
Es macht sehr viel Spaß mit allen Menschen dort, auch wenn wir uns sprachlich nicht verstehen, da alle sehr freundlich und nett sind. Auch zu bei uns im Viertel,wir wurden schon einige Male zu Leuten nach Hause eingeladen.
Oft bringen sie uns schon neue Wörter bei, wenn wir z.B. mit Hand und Fuß auf Dinge zeigen, deren Namen uns interessiert. So habe ich schon vor dem eigentlich Kurs asante kushukuru (danke dir) und samahani (Entschuldigung) gelernt, was ziemlich praktisch ist, da ich im Moment am wenigsten Swahili kann, da Lena schon einen Kurs besucht hatte und einiges an Nils weitergegeben hat und Tamara mit einer Freundin zusammen ein paar Basics gelernt hat.
Denke aber wir werden alle sehr bald sehr gut sprechen, auch wenn die Sprache bestimmt bis zum Ende Frustrationsgrund Nummer 1 bleiben wird.

In der Sprachschule mit Mama Salalah ging nach dem Klären einiger organisatorischer Dinge und der wichtigsten Dinge bezüglich kultureller Unterschiede (untere Anderem als Frau bei der Arbeit am Besten immer einen Rock tragen, mindestens knielang) dann mit dem Sprachkurs los. Begrüßung und Verabschiedung sind jetzt theoretisch kein Problem mehr, denn wir kennen jetzt alle Milliarden Formen von Habari (vergleichbar mit "Guten"... Tag/Abend usw. usf. im Deutschen).
Von Habari za leo (Wie geht es heute?) über Habari za mchama? (Guten Tag) über Habari za masomo? (Wie läuft das Lernen?) gibt es eigentlich für jeden Zeitpunkt im Leben eine Habarifloskel. Ich persönlich bin ziemlich am jonglieren damit herauszufinden wann ich was sagen soll/kann und wie man es jetzt nochmal ausspricht und was nochmal das Wort war. Und das war nur der Frageteil der Begrüßung! Es gibt ja noch die Antwort, die zum Glück für uns á la Smalltalk immer eine Variante von "gut!" ist (zum Beispiel nzuri). Die Verabschiedung ist da irgendwie einfacher, da es zwar auch da bestimmt viele Varianten gibt, aber man vorallem so etwa fünf Varianten begegnet.
Interessant ist aber zum Beispiel, dass man sich in Tansania nicht "Gute Nacht" vorm Schlafengehen sagt, außer man ist verheiratet, sondern eher einfach "Bis Morgen" oder Ähnliches.

Danach schwirrte uns allen der Kopf, doch wir wollten direkt weiter noch einige Besorgungen erledigen. Zum Glück haben wir am Tag zuvor schon genügend Möglichkeiten gehabt uns im Kopf eine kleine Karte der mwanzanischen Innenstadt anzulegen und haben dann erstmal den Supermarkt hier ausgecheckt. Dabei lernten wir auch gleich zwei andere deutsche Freiwillige (Corinna und Joadan) kennen, die eigentlich zwei Stunden entfernt in einem Dorf leben, aber etwa einmal pro Monat für Besorgungen in der Stadt sein werden. Wir tauschten sofort Nummern und werden uns auf jeden Fall nochmal treffen.

Zu Hause haben wir dann die Zeit halt verbracht, wie man das eben so tut:
Mit den Katzen gekuschelt
Vokabeln gelernt, gelesen, gebloggt und ganz viel Unsinn getrieben.
Lieblingsvokabel aka Zungenbrecher des Tages:
Habari za tangu wikiiliyopita? (Wie erging es dir seit letzter Woche?)
Chillenmillen (oder wie auch immer die Jugend von heute sagt...)
mit Nils, auch als Nisi bekannt.
Außerdem hat uns Nyamisi gezeigt, wie man Chapati zubereitet:
Man nehme Mehl (zB 200g für 8 Stück), Wasser, Öl und Ei(er), knete alles zu einem Teig zusammen (nicht zu mehlig, aber auch nicht zu klebrig), forme etwa faustgroße Kugeln und rolle diese dann mit einem Nudelholz möglichst kreisförmig aus und brät sie dann nochmals in Öl in einer Pfanne an. Sobald sich im Teig Blasen bilden den Fladen wenden und noch einmal anbraten. Ein Chapati braucht eigentlich nicht länger als eine Minute. Fertig !
Ein bisschen tragisch ist es schon, dass zumindest Lena und ich erst beim dritten Mal ausrollen die runde Form perfektioniert haben. Aber wir haben ja jetzt ein Jahr Zeit uns zu verbessern.

Für Morgen ist ein Ausflug mit Mama Salalah geplant, sodass wir ausschlafen können und erst um 12Uhr beim ILTC sein müssen - also denke mal so um 11.30Uhr den Daladala nehmen und aussteigen, wenn der Viktoriasee das erste Mal in Sicht kommt.
Airportroad mit Daladala und Viktoriasee an der Haltstelle "Clinic"