Donnerstag, 26. September 2013

Fanya kazi

Arbeiten. Das nimmt jetzt seit fast zwei Wochen mehr als nur ein bisschen Raum ein.
Jeden Tag verbringen Tamara und ich ab 8.30 bis mindestens 15Uhr Zeit am AGH, außer donnerstags und freitags, wenn nachmittags Sprachschule ist.
Der Ablauf hat sich seit dem letzten Post nicht geändert, aber ab nächster Woche teilen wir in der Vorschule die Kids in 3 Gruppen auf: In Babies, Middle und Pre-Standard 1.
Die Babies müssen noch jegliche Grundlagen beigebracht bekommen und brauchen viele Pausen zum Spielen, während es bei den Middles darum geht z.B. ein Verständnis für die Zahlen zu bekommen. Die letzten gehen ab Dezember in die Standard 1, die erste Klasse, und es muss jetzt speziell geguckt werden inwieweit sie schon lesen und schreiben können um gezielter zu fördern. Dabei werden wir immer wieder rotieren, sodass jede von uns mal jede Gruppe unterrichtet.
Klingt alles schonmal schön auf dem Papier, wird aber schwerer in der Umsetzung als es klingt, da nach wie vor nur ein Minimum an Sprache bei Tamara und mir Vorraussetzung ist. Hat eben seinen Grund, dass wir zwar in den Augen der Kinder Teacher sind, aber offiziell nur Programm Trainees.
Aber es wird, vorallem weil wir langsam aber sicher alle 45 Namen auf die Reihe kriegen. Zumindest fast.
Die Arbeit mit den Kleinen macht mir ziemlich Spaß und ich find sie alle auf ihre Art super, egal ob fleißig, verspielt, ernst, albern, verträumt, anhänglich und unabhängig. Trotzdem macht es mehr Spaß das Vertrauen der zurückhaltenderen Kinder zu gewinnen als die Liebe, die uns entgegengeschmissen wird anzunehmen.Vorallem weil sie oftmals bedrängende Ausmaße annimmt. Schlecht fühle ich mich deswegen aber eigentlich nicht, weil es gibt einfach Grenzen, wie z.B. dass egal wie faszinierend meine Haare wirken mögen, daran ziehen ist kein Ausdruck von freundlichem Interesse.

Nachmittags verbringen wir weiterhin Zeit mit unseren Kolleg_innen und den Mädels. Wir haben ihnen UNO gezeigt und es zeigt sich mal wieder: es ist einfach DAS Spiel schlechthin. Nebenbei malen wir oder spielen Ball und ab nächster Woche wollen wir auch dort anfangen mit Unterricht, aber dafür müssen wir erstmal rausfinden auf welchem Level die Einzelnen eigentlich sind, was aber mithilfe von Teddy (die Lehrerin der AGH) und Hasna (eine Socialworkerin) kein Problem sein sollte.
Ich lasse jetzt einfach mal die Bilder sprechen, für mehr bin ich einfach zu erschöpft.
Teacher Tamara afundisha.
TT unterrichtet.
Teacher Luca aandika na aeleza.
TL schreibt und erklärt.
Fleissige Bienchen und kleine Raufbolde - die perfekte Mischung
für einen gelungenen Nervenzusammenbruch.
Bertha, einerseits klug und lieb, andererseits viel zu anhänglich.
Regenzeit, 24°C - ein Grund für Winterregenjacken!
Nywele ya Teacher Tamara apendeza.Die Haare von TT sehen gut aus.
Usimwage Uji!
Verschütte den Uji nicht.
Die Zeit des Trinkens ist die einzig ruhige Zeit des Tages - bis auf glückliche Schlürfgeräusche.
Draußen ist es einfach interessanter...
Uji schmeckt genauso wie er aussieht. Grauer Brei.
Rehema mdogo (Kleine Rehema), fast noch Baby, aber sooo bemüht.
Unterrichtsvorbereitungen
Panya
MÄUSE!
Quatschköppe
Ich weiß, das soll man als Teacher nicht sagen, aber Hellen ist mit Abstand die süßeste von allen.
Sie ist ruhig, sanft und kann sich selbst beschäftigen, aber am liebsten ist sie einfach still dabei.
Auf dem Rückweg geht nicht selten schon die Sonne unter.
Warnung: so sieht es nur im AGH-Viertel in Mwanza aus! (bevor sich
blöde Afrikastereotype wieder selbstreproduzieren)