Diese Woche sind aber Ferien, sodass ich nur einen Nachtrag von Montag und Dienstag letzter Woche mache. Ich wollte eigentlich auch noch Fotos machen morgen, aber das hat sich ja leider erledigt. Dafür ein Webcamfoto von Nils, Lena und mir.
Zurück zum eigentlichen Thema.
Die Montessorischule ist eine Privatschule und die Möglichkeiten der Kinder an Spiel- bzw. Lernmaterialen sind unerschöpflich.
Zuerst ist zwei Stunden Montessori-Zeit, bei der alle Kinder ruhig im Klassenraum sitzen und sich mit verschiedenen Werkzeugen, Spielen, Büchern usw. auseinandersetzen. Es ist sehr leise und die Kinder sind ziemlich diszipliniert.
Natürlich habe ich da Unordnung reingebracht: Als einige Kinder mir ihre ordentlich nachgeschriebenen Buchstaben und Zahlen zeigten, wollte ich mein Lob durch eine kleine, lachende Zeichnung (Smiley, Blume, Sonne etc.) unterstützen. Die Kinder jedoch fanden das so super, dass plötzlich 5 von ihnen vor mir standen und teacher, teacher riefen, da jedes von ihnen eine kleine Lobzeichnung wollte. Ich hab dann zwar jedem Kind etwas gemalt, aber den Lehrer gebeten zu erklären, dass ich keine weitere Zeichnung mehr machen würde, da es zu viel Unruhe gab und das auch glaube ich gegen das Gesamkonzept von Montessori verstößt.
Hauptsache direkt in ein Fettnäpfchen, ne?
Ich habe mich oft sehr überflüssig gefühlt, da die Kinder nicht nur selbstständig sondern auch fast ohne Probleme ihre jeweiligen Aufgaben erfüllen. Einem Mädchen habe ich dann doch Unterstützung geben können: Sie versuchte 5Minuten lang eine 2 zu schreiben doch malte dann wieder eine 5. Mithilfe von Nachmalen und Pfeilen, denen sie mit der Kreide folgen konnte, hat sie es dann aber doch gemeistert.
Der gesamte Unterricht ist fast nur auf englisch und es ist echt bewundernswert, wie gut die Kids das und noch viel mehr Inhalte aus dem Grundschulunterricht schon können (neben Rechnen bis etwa 15 (auf englisch!) und Lesen kennen sie z.B. jede einzelne Region Tanzanias mit Namen anhand der Form).
Das wird vorallem durch die Stunde nach der Montessorizeit gefördert: Die Kinder tanzen und singen gemeinsam und wiederholen Zahlen und Buchstaben zusammen (wobei ein Kind immer teacher sein darf und vorne steht, die Zahl/den Buchstaben/die Region hochhält und vorsagt).
Abschließend wird die Nationalhymne gesungen und gebetet, bevor es noch Uji zu trinken gibt und Sleeping Time ist.
Uji ist hier in Kindergärten und Schulen sehr üblich und laut unseren Vorgängerinnen für einige Kinder die einzige Mahlzeit am Tag. Es schmeckt ein bisschen wie ein Mix aus Haferbrei, Grießbrei und der Flüssigkeit bei Milchreis. Übereinstimmend sind wir dazu gekommen, dass vorallem Zimt das ganze sehr aufpeppen würde.
Ich selbst kann eigentlich keine Kritik an Montessori ausführen, aber ich kann ja mal die Punkte ausführen, die uns Mama Salalah erklärt hat:
- Die Kinder sind gruppenmäßig inkompatibel (in der tansanischen Gesellschaft, die auf Gruppenzusammengehörigkeit aufbaut, ein großes Problem)
- sind es nur gewöhnt, dass zu machen, worauf sie Lust haben
- sind egozentrisch/nur Einzelarbeit gewöhnt