Donnerstag, 10. Oktober 2013

Dar es Salaam

Ich hatte jetzt etwa 10 Tage kein Internet, da mein Guthaben abgelaufen war und wir unterwegs waren. Macht euch bereit für die absolute Reizüberflutung an Bildern!

Zum Tag der deutschen Einheit erhielten wir von der Botschaft in Dar es Salaam eine Einladung zu entsprechenden Feierlichkeiten und beschlossen, diese zu Nutzen um uns mal wirklich die inoffizielle Hauptstadt des Landes anzusehen.
Am Donnerstagmorgen ging es um 5Uhr von zu Hause los Richtung Flughafen, wo wir nur mit Handgepäck bestückt ins Flugzeug stiegen und nach etwa 1,5Stunden Flug wohlbehalten in Dar ankamen.
Mwanza Airport
 Vor Ort beschlossen wir für die erste Nacht in dem billigsten Hostel im Innenstadtbereich abzusteigen, dem Holiday Hotel. Es liegt super günstig nah zum Hafen und hat neben hohen, gut eingerichteten Zimmern eine wunderschöne Dachterrasse. Das Holiday Hotel kann ich wirklich jedem low-budget Reisendem empfehlen!

Aussicht von unserem Zimmer.
Großstadt!
Sich daran zu halten ist ziemlich nervig, da man sich auch mit Bauchtasche (danke Oma!) mit
all seinen Dokumenten nicht so wohl fühlt.

Das Bild des Präsidenten hängt an den unglaublichsten Orten.

Dachterrasse.




Es ist mir ein Rätsel, wie das Schaukelpferd dorthin gekommen ist.
Flur, die linke große Tür führt zu Tamaras und Nils Zimmer, die beiden
rechtsvorne zu Bad und Toilette.
Moskitogeschützt bereit an der Matratze zu horchen.
Suche Morogororoad und dann den Hotelstern mit "Holiday". Dort waren wir.
Trotz des frühen Flugs und Müdigkeit beschlossen wir direkt die Stadt unsicher zu machen und erkundeten die nähere Umgebung sowie den Hafen. In Dar gibt es einige wirklich schöne Ecken, gerade am Hafeneingang direkt am Meer und Strand, trotzdem ist es vorallem erstmal ziemlich laut, voll und stickig.

Wie in Mwanza, kleine Dukas an jeder Ecke, in der man von Getränken und Lebensmitteln alles, aber
auch wirklich alles bekommt, was das Herz begehrt.
Fast wie zu Hause - vorm Mwanza House.
Die Muezzinrufe der Moscheen weckten uns zwar in der ersten Nacht noch,
aber wir haben uns schnell daran gewöhnt.
Das größte Gebäude, noch im Bau.
Kirchen aus der Kolonialzeit.

Straßenkunst.
Nur für Kiki: ein Rhino!
Nach der Renovierung sieht dieses Haus bestimmt wieder sooo schön aus.
Unterwegs an der Hafenpromenade.
Hafenbecken.
Ist es schon das Meer oder ist es noch Süßwasser? Fachmann Nils geht es austesten.
Meer, Sonne, Strand - was könnten wir uns mehrwünschen?
Ich habe den echten Regenbogenfisch gefunden - das Bild ist unbearbeitet!
Ja, hier werden Straßen auch mal nach lebenden Menschen benannt.
Habe des Nachts den Tiger besiegt!
Da wir natürlich (auch wenn man das vermuten könnte) keine Geldverbrennungsanlagen sind, suchten wir uns zum Essen eigentlich immer billige Alternativen, und frühstückten so an mehreren Tagen hintereinander einfach nur trockenes Brötchen mit Blue Band (einer fettigen, leicht salzigen Margarine). Es scheint jedoch in allen Unterkünften keine normalen Buttermesser zu geben, sodass wir uns sicher waren, dass die Blue Band AUF JEDEN FALL tot war, als wir sie aufs Brot schmierten.
SILENCE ! I KILL YOU!
Enttäuschung aufgrund des ausgewogenen Frühstücks. Der Sticker auf der Stirn
sollte ihn eigentlich trösten. Scheint aber nur bei unter 6-jährigen zu funktionieren.
Nicht, dass ihr vor Mitleid für uns fast vergeht - für wenig
Geld kann man auch leckere lokale Gerichte direkt an der Straße bekommen.
Abends am ersten Abend lernten wir Dr. Daniel Oyengo kennen, einen tansanische Arzt mit us-amerikanischer Staatsbürgerschaft. Er ist praktizierender Oberst in der US-Army, besitzt jedoch eine Miningcompany für Gold und Wolfram hier in Tansania, sodass er etwa halbjährlich zwischen Dar und Dallas pendelt. Er spricht nicht nur fließend englisch und kiswahili sondern auch deutsch, russisch, französisch, spanisch und viele andere Sprachen.
Nachdem wir ihm von unserem Dilemma erzählten, dass wir nicht nach Sansibar reisen können (der Preis für die Fähre für Touristen ist ein Vielfaches höher als der Preis den wir zahlen würden, hätten wir endlich unsere Working Permits) erzählte er uns von einer ähnlich schönen Insel, die jedoch etwas kleiner und vorallem ruhiger gelegen ist und so kam es dass wir den Samstag mit ihm gemeinsam auf Mbudya. Die Bilder sprechen, wie schon so oft, für sich.
Wir mit David Oyengo und seinem Ziehvater Mzee Abdullah Hanga
Bootseinstieg, morgens um 7.
DURCHHängematte.
Versteinerte Muscheln - schön anzusehen, schrecklich zum Barfußlaufen.
Ein Minenfeld für nackte Füße - versteinerte Korallen.
Der verzweifele Versuch nah genug aneinander zu schwimmen, ohne den Boden zu berühren, um ein Foto zu machen.
Geglückt! Nur nicht so poesialbumfähig...
Das Drama folgt uns auf die Insel...
Man vergisst es gerne bei dem schönen Wasser: Es gibt hier neben
Seeigeln und giftigen Seesternen auch tödliche Quallen.
Immer diese fotomachenden Touris...
Liebe, Schönheit, Freiheit, Größe - alles eine Frage der Perspektive.
Für dieses Bild hat Nils sehr gelitten: Wir konnten eigentlich weder alleine hoch noch runter
klettern und es ist ein Wunder dass sein Rückgrat nicht gebrochen ist.
Die Rückfahrt war n bisschen nasser als geplant...
Nils hat eigentlich kein Helfersyndrom, aber irgendwie ist er von uns allen derjenige
der immer zuerst zur Stelle ist, wenn etwas getan werden muss.
Sonnenuntergang.
 Um jetzt mal einen Kontrast zu bilden, alle schlechten Dinge dieses Wochenendes:
Ich, nachdem ich das Vorhängeschloss unseres Zimmer zugemacht habe und der Schlüssel noch drinnen lag.
Walk of Shame.
Wir hatten Kiri, er war nach 10 Minuten leer.
Ich hatte wieder eine UTI. Aber auch einen neuen Namen - bei der
Aufnahme wurde ich nach dem Namen meines Vaters und dessen Vaters gefragt.
Es lebe das Patriarchat!
Nur durch einen Mann kann ich identifiziert und somit als Teil der Gesellschaft anerkannt werden. -.-
Mehr als die Hälfte des Wochenendes haben wir schlafend und rumhängend verbracht, weil wir
doch noch auf unsere Working Permits hofften und warteten.

Jetzt dann wieder zu den guten Dingen:
Trotz Sonnenstich und UTI haben wir etwa eine Stunde unseres Sonntags am Coco Beach verbracht, wo wir den Schatten nur für einmal 10 Minuten in den Wellen toben verließen. Innerhalb von zwei Minuten waren wir von etwa 10 männlichen Tansaniern umringt, die (so glauben wir) versuchten zu flirten. Leider konnten sie nicht halb so gut schwimmen wie wir uns hingen nur auf Reifen im Wasser, sodass wir Mädels ihnen schnell entwischt sind. Trotzdem war es nett, mal zu sehen, welche Strände von den Locals so bevorzugt werden.


Für unsere letzte Übernachtung in Dar beschlossen wir etwas außerhalb, man muss das Hafenbecken mit einer Fähre überqueren, im Mikadi Beach Hotel zu übernachten. Die beste Idee des Wochenendes.
Man schläft zu zwei auf Matratzen in Bandas (Strohdach-Hütten), die etwa 4m² groß sind, nur Fliegengitter und Moskitonetz als Schutz vor Wind und Wetter bieten und etwa 5m vom Meer entfernt sind. Der Privatstrand ist jedoch gut behütet von Massainachtwächtern und nachdem wir unsere Wertsachen im Safe gelagert hatten waren wir bereit unter Meeresrauschen einzuschlafen.
Warten auf die Fähre.
Auf der Fähre mit Neema, der Tochter von Madame Sophia (Lenas und Nils' Chefin)
Touris!
Dar es Salaam in ganzer Pracht.

Tamaras und mein Banda
Diesen Blick hat man beim Liegen auf den Matratzen.
Auch hier: Achtung vor giftigen Überraschungen im Paradies.
Sonnenaufgang.


Aha? Beginnen so nicht eigentlich die Arten von Thrillern, wo alle in der Nacht abgemetzelt werden?
Bahajifahren - motorisierte Rikshas. Tausendmal sicherer als Pikipikis!
Duschen unter freiem Himmel.
Klofoto!!!!!


Man könnte jetzt denken, nach dieser ganzen Bilderwut muss doch auch mal Schluss sein, die waren immerhin nur 5 Tage in Dar es Salaam.
Tja, wenn dann nicht der Grund käme, warum wir eigentlich unterwegs waren:
Die Botschaftsparty. Zum Tag der deutschen Einheit hat die deutsche Botschaft Dar es Salaam auf des Gelände des Botschafters geladen. Leider war die Feierlichkeit nicht am 3. sondern am 8. Oktober, weshalb  Es war atemberaubend. Es gab deutsches Essen und Getränke bis zum Umfallen. Wir haben ganz viele andere deutschsprachige Menschen kennen gelernt, mit denen wir dann später weitergezogen sind, denn: wir mussten um vier wieder am Flughafen sein. Und von dort kurz nach Hause, Essen, ab zur Arbeit... Die Nacht durchzumachen war trotzdem jede Sekunde wert, da wir nicht nur andere coole Freiwillige kennen gelernt haben sondern auch Studenten und ältere Menschen, deren Erfahrungen einfach spannend waren.
Mit Arthur und Ann Kathrin auf dem Pick-Up Richtung Maisha Club
Nachts um 4 lässt dann die WACHsamkeit nach...
(Ich finde es wichtig an dieser Stelle nochmals offiziell zu bestätigen, dass ich hier in Tansania weder Alkohol konsumiere noch sonstwas, da die Bilder vom Feiern irgendwie dazu verleiten, dass zu denken)
Das Schönste Gefühl war verrückterweise als wir wieder in Mwanza gelandet sind und man echt wieder dachte Karibu Nyumbani (Willkommen zu Hause), und das nachdem wir erst 7 Wochen hier sind.

Achja, zuletzt noch ein persönliches Highlight: