Sonntag, 13. Oktober 2013

My big fat tanzanian life

Zuallererst:
Liebe Freund_innen, Anverwandte und geliebte Menschen meiner Mitfreiwilligen Tamara, Lena und Nils. Hört auf meinen Blog als Beispiel zu nehmen, dass sich eure Schätzchen nicht ganz so oft per Blogpost melden. Die drei haben nämlich im Gegensatz zu mir wichtige Dinge zu tun und betreiben neben ihren Blogs Tagebücher und Ähnliches, während mein aktueller Plan ist meine ganzen Posts nach dem Jahr auszudrucken (sollte meine Postgeschwindigkeit halbwegs aufrechterhalten bleiben) und eure Liebsten hier denken an euch, vermissen euch, nur denken sich auch: Wozu posten wenn Luci das schon tut?
Poleni sana! No hurry in africa.

Dieses Wochenende kamen Corinna und Joadan mit Joadans Bruder Jamin zu Besuch und wir haben einen richtig schönen Abend durchgeplaudert.
vlnr Joadan, ich, Nils, Jamin, Tamara und Corinna
Außerdem waren wir mit Leonie, Stephan und Lennard (Leonies Freund) Fahrräder kaufen. Die gute Nachricht: Theoretisch besitzen wir welche. Die schlechte: Sie haben weder Licht, Bremsen, Gangschaltung, Ständer, Schutzblech oder die richtige Größe, aber wie wir ja schon wissen: This is Africa.
Mit Josephat, dem Hausmeister des ILTCs zogen wir morgens um 10 los, klassiches, deutsches Denken: Dat Ding ham wa in einer Stunde geschaukelt, wir wissen was wir wollen, wir wissen wo es das gibt, wir haben einen Einheimischen dabei, das wird.
Josephat managt das!
,
Klappergestell austesten ohne im Linksverkehr einen Unfall zu bauen - eine Herausforderung,
die Leonie mehr als locker gemeistert hat. Zum Glück.

Falsch gedacht! Nachdem wir erstmal 1 Stunde lang mindestens 3 Orte abgeklappert hatten und das Angebot an Gebrauchträdern die gefühlt KEINE Kinderräder waren sich als eher spärlich erwies, fand jeder sein/ihr Fahrrad. Jedoch waren diese alle wie bereits oben erwähnt nicht sehr optimistisch ausgestattet. Kein Problem laut Josephat, man fährt einfach zum Fahrrad-Fundi und für einen Spottpreis macht der die Fahrräder in nullkommanix wieder straßenreif. Also mit den Rädern losgezuckelt zu einem kleinen Bereich, wo 6 Männer auf uns warteten. Die nächsten 6 Stunden warteten diese Männer weiterhin. Einer arbeitete. Und schaffte es genau ein Fahrrad funktionstüchtig zu machen.
Fahrradauswahl
Der Versuch gute Lauen zu heucheln...
6 Stunden in des Sonne warten zeigt seine Wirkung!
Werkstatt
Wartezeit überbrücken.
Die Band fährt vor...
...das Hochzeitspaar hinterher. Wenigstens gibts immer was zu gucken.
Das blöde: Die Fahrräder sind nicht fertig und wir können die Fahrräder nicht in der Stadt lassen und um sie am Dienstag weiter auf Vordermann bringen zu lassen, müssen wir sie mit nach Hause nehmen. Kein Ding, mitten auf der Hauptstraße kurz vor Dämmerung die 10km-Hügelstrecke rauf und runter zu fahren, ohne Licht, Bremse oder Schaltung.
Sind sie nicht süß? Leonie und Lennard.
Der Versuch 5 Räder auf 6 Personen zu verteilen.
Passt, wackelt und hat Luft. Semiprofessionalität auf  höchstem Niveau.
Schnell nach Hause!
Leonie vor ihrer Arbeitsstelle: Tanzania Red Cross - Mwanza Branch
Trotz allem: In den Sonnenuntergang zu radeln hat seinen Charme auch hier in TZ nicht verloren.


Unsere Laune war abends entsprechend gedämpft und wir übernachteten zwar noch bei den anderen dreien, jedoch war die Stimmung sehr müde, auch der Nudelsalat nach Rezept von zu Hause konnte uns nicht aufwecken.
Beim Nudelsalat machen und Pfeffer mahlen.
Mitten im Gespräch eingeschlafen.
Umso motivierter begannen wir den heutigen Tag: Wir sammelten um 12Uhr Corinna und Joadan auf und stiegen gemeinsam zu Jiwe Kuu hinauf. Für Tamara und mich das zweite Mal, für die anderen as erste, trotzdem die einhellige Meinung: Der schönste Ort Mwanzas.
von links nach rechts
hinten: Stephan, Joadan, Corinna, Leonie, Lennard, Lena
vorne: unbekannter Junge, Tamara, Nils, ich
Um aber auch endlich mal was von Tansaniern zu posten:
Tamara und ich haben Edward kennen gelernt. Eddie studiert in Dar es Salaam, arbeitet außerhalb seiner Studienzeit als Freiwilliger in einem Waisenheim und hat uns schon einige coole Plätze gezeigt. Gemeinsam mit seinem Freund Gabriel waren wir heute unterwegs und besuchten ein Fußballspiel im Kirumba Stadium.
Gabriel, ich, Tamara und Eddie.
Kirumba Stadium.
Tribünenzuschauer Luca, Tamara und Gabriel.

Das Spiel.
Fans!
Zuletzt noch eine schlechte Nachricht und eine wunderbare.
Meine schöne Dar-Bräune pellt sich total krass.
Meine offizielle Einbürgerungsurkunde!
Hä? Wie Einbürgerungsurkunde? Da steht doch B/S 01 mps. RICHTIG DAS HEISST IN MEINEM BLUTSTROPFEN WURDE EIN MALARIAERREGER GEFUNDEN. Ich hab sie! Endlich. Ich hab sie ohne Probleme überstanden und will auch keine "ach du Schreck"-Kommentare oder Ähnliches. Eine Malaria hier zu bekommen ist wie ein Schnupfen in Deutschland: Halb so wild und behandelbar.
Mir geht es super, meine Symptome für die Zukunft sind starke Kopfschmerzen und Bauchschmerzen.


Als offizielle Tansanierin bleibt mir nur noch zu sagen: Karibu tena! Willkommen zurück, besucht meinen Blog ruhig bald wieder.