Samstag, 8. März 2014

Mwezi wa Pili/Februari - Arbeit

Ja, ich weiß, meine Urlaubsposts sind noch nicht vollendet. Dennoch will ich jetzt eine Woche nach Ende des Februars erst diesen Eintrag posten, damit ihr ein bisschen up to date seit was so lief und vorallem will ich Zeit schinden, da ich immer noch hoffe, das Nils Kamera mit seinen Sambiabildern, die leider noch unterwegs zu uns ist, bald da ist und ich somit ALLE schönen Bildern posten kann.



Direkt nach unserer Ankunft Mittwochabends Ende Januar in Mwanza nach unserem Urlaub haben wir am Donnerstag schon wieder gearbeitet.
Voller Tatendrang ins neue Schuljahr!
Doch im neuen Jahr hat sich viel verändert: Nicht nur, dass die zweite Lehrerin Mgana neben Teddy jetzt fest angestellt ist, statt 50 Kindern begrüßten uns etwa 20, davon etwa 15 komplett neue, teils sehr junge Gesichter und alle hatten Hefte, Stifte und saßen leise und brav auf ihren Plätzen, bereit den neuen Stundenplan umzusetzen.
Konzentrierte Arbeitsatmosphäre-
Sylvia, Loreen und Harun - fotogen wie eh und je.
Stundenplan
Montag: Schreiben mit Teacher Teddy.
Dienstag: Englisch mit Teacher Luca & Teacher Tamara.
Mittwoch: Mathematik mit Teacher Teddy.
Donnerstag: Naturwissenschaften und Schreiben mit Teacher Mgana.
Freitag: Spieletag mit Teacher Tamara & Teacher Luca.
Den Stift richtig halten will erstmal richtig gelernt sein
Schon verrückt, wie man nach fast 14 Jahren vergisst,
wie schwer es doch ist, lesen und schreiben zu können und
was für ein Wunder es ist, dass es immer wieder möglich
ist, es zu erlernen.
Teneneza duara - Macht einen Kreis.
Ohne Kreis kommt kein Spieletag aus!
Tamara und Helen, die in dem einen Monat Abwesenheit
GANZ SICHER 3 Jahre reifer und älter geworden ist.
Den Ball von hinten nach vorne durch die Beine rollen
und dann rennt der letzte ganz schnell nach vorne lief so gut,
dass wir bald zwei Teams gegeneinander antreten lassen werden.
Klassenjüngste Mary (knapp 3) braucht Unterstützung beim
Ball durchrollen lassen. :)
Klassiker. Aber ich find's trotzdem teilenswert.
Die neue Struktur wird zwar von uns allen nicht immer korrekt eingehalten, vorallem weil wir natürlich 2 Lehrerinnen und 2 Freiwillige im Klassenraum sind und uns gegenseitig unterstützen, aber letzlich ist das Relevante auch nicht wann was in welcher Reihenfolge geschieht, sondern dass die Kindern möglichst gut und viel lernen.
 Hart arbeiten und lernen ist anstrengend.
Mary ist auf meinem Schoss eingeschlafen und
wurde von uns bis nach Hause gebracht.
Dennoch, der Stundenplan ist nicht einzige Neuerung für uns, wie sich bald herausstellen sollte. In gemeinsamer Absprache mit In Via haben wir und Sono, der Program Officer und unser Vorgesetzter bei Amani, beschlossen, dass Tamara und ich zwei Tage die Woche nicht in die Vorschule gehen werden (4 Aufsichtspersonen bei inzwischen wieder etwa 30 Kindern ist doch etwas viel...) sondern mit den Mädels im Center Englisch machen werden. Bisher hatten wir zwei Stunden in denen wir die Zahlen von 1-20 gelernt haben und wie man sich begrüßt. Das Interesse der Mädels ist sehr unterschiedliche ausgeprägt, ebenso ihr Englischlevel, sodass es wirklich eine Herausforderung ist spielerische Aufgaben zu finden, die alle mit einbinden und durch die wir alle halbwegs auf eine gemeinsame Basis zu bringen. Außerdem sind sie eben präpubertär und einerseits begeistert zu lernen, andererseits haben sie an manchen Tagen die Aufmerksamkeits- und Motivationsspanne eines Goldfischgedächtnisses und so ein Haufen von inzwischen 11 Mädels, der kann kicheriger sein als ein Lachsack und will dann doch lieber wieder mit uns Seilspringen oder dass wir Tamaras Musikboxen mitbringen und alle gemeinsam tanzen.
Zu der neuen Anzahl: Ja, inzwischen sind wieder mehr Mädels im Center, aber es sind auch immer wieder Abschiede und traurigerweise auch Wegläufe.
Irene, herausgeputzt für die Familienzusammenführung.
Familypicture!
ganz hinten: Bibi Evelyn und ich.
hinten(lnr): Amina, Tamara, Zainabu, Moshi, Jennyfer, Irene, Salomé, Aika, Eliza und Rebekka.
vorne (lnr): Asha, Anna, Suzanna und Msafi.
Zusätzlich zu unserem Programm mit den Mädels werden wir außerdem dienstags und mittwochs an den Treffen der Frauengruppen des Maisha Mema Projekts von Amani teilnehmen. Es richtet sich an Frauen zwischen 14 und 18, die keinen Schulabschluss haben und aus Verhältnissen kommen, die ihnen bisher keine Möglichkeit boten, sich eigenständig zu machen und finanziell unabhängig zu werden. Amani vergibt Mikrokredite an sie und betreut wöchentliche Treffen, bei denen die Frauen über Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Projekte, die so von dem Kredit finanzieren, und Kreditrückzahlung sprechen, aber auch über Alltags- und Gesundheitsprobleme und sich über ihre Erfahrungen austauschen können.
Ich begleite die Sozialarbeiterin Hasna zu ihrer Gruppe, die sich selbst Upendo (Liebe) genannt hat, und bin sehr froh, dass sie mir immer wieder die Diskussionen der 7 Frauen übersetzt. Denn leider ist mein Kiswahili immer noch sehr rudimentär zusammengesetzt aus den einfachsten Basisvokabeln und bei Themen wie Schwangerschaft, Kindererziehung oder auch HIV/AIDS bin ich dann leider doch schnell überfordert.
Tamara und ich vor der neuen Daladalawerbung des Amani Girls Home.
Zuletzt noch eine sehr erfreuliche Nachricht: Dank Mama Salalahs Besuch in Deutschland und großzügiger Spenden können wir Tumaini, die seit ihrem 6. Lebensjahr im Center ist und deren Familie leider nicht bekannt ist, zu einem Alphabetisierungskurs schicken. Mit fast 13 ist das auch wirklich mal Zeit, denn wenn sie mit 18 Jahren zu alt für das Amani Programm ist, sollte sie bereit sein auf eigenen Füßen stehen zu können.
der aktuelle Plan ist, sie nachdem sie schreiben, lesen und rechnen gelernt hat auf ein Ausbildungsinternat zu schicken, wo sie einen Beruf erlenen kann, der ihr hoffentlich finanzielle Unabhängigkeit und Eigenständigkeit bieten wird.